Goldmedaille für kulturelle Verdienste

Am 7. November wurde Angerer der Ältere posthum mit der Verdienstmedaille in Gold für Verdienste um den Landkreis Kelheim geehrt. Landrat Martin Neumeyer übergab diese Auszeichnung an Margit Angerer, der Witwe des Künstlers. Man hofft als irdische Wesen immer, der Verstorbene könne das in irgendeiner Weise von irgendwoher spürbar miterleben……..

Landrat Martin Neumeyer überreicht die posthume Auszeichnung für Angerer den Älteren an Margit Angerer (Fotoquelle: Sonja Endl, Landratsamt Kelheim)
Anbei die Laudatio von Landrat Martin Neumeyer:
Verleihung der Verdienstmedaille in Gold an Herrn Ludwig Valentin Angerer (Angerer der Ältere) aus Biburg für sein Lebenswerk
Sehr geehrte Frau Angerer,
die Lebensqualität in unserem Landkreis wird nicht allein durch die guten Wirtschaftszahlen bestimmt, unser Lebensgefühl wird genauso stark durch das kulturelle Umfeld geprägt. Die Schöpfungen Ihres Ehemannes, Ludwig Angerer (Angerer der Ältere), sind so vielfältig wie seine Talente, international wie regional bekannt und uns auch vertraut. Begabung, ausgezeichneter Lehrmeister, Fleiß, auf kein Genre festgelegt, der Natur, der Fantasie, der Schönheit und Gott verpflichtet – daraus ergeben sich unzählige internationale Erfolge und Auszeichnungen.
Herr Ludwig Angerer wurde 1938 in Bad Reichenhall geboren, hat in München Architektur studiert, war an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Ruf und anschließend Entwurfsarchitekt bei Freiherr Alexander von Branca (z. B. Neue Pinakothek München), seit 1975 war er als freier Architekt, Kunstmaler und Bildhauer tätig. Mit der künstlerischen Ausstattung des Films die „Unendliche Geschichte II“ nach Michael Ende, ausgezeichnet mit dem Bayerischen Filmpreis, hat sich Ludwig Angerer international ein Millionenpublikum von Kindern und Erwachsenen erobert, ebenso mit der Ausstattung der Theaterwelturaufführung des „Kleinen Hobbit“ von J.R.R. Tolkien. Die im In- und Ausland viel beachteten Ausstellungen alle aufzuzählen, wäre abendfüllend. Er war Autor fantastischer Märchenromane und kulturkritischer Bücher, Architekt der Münchner Westpark-Studios genauso wie der mit einem Designerpreis ausgezeichnete Schöpfer eines Gesellschaftsspieles für die Weißbierbrauerei Schneider sowie der Kunst- und Kulturpreisträger des Landkreises Kelheim 2008.
„Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der besitzt auch Religion“, sagt Goethe. Dass diese These auf Herrn Angerer ganz besonders zutraf, beweist die von ihm entworfene und in Eigeninitiative gebaute Erlöserkapelle. Sie ist der wesentlichste Bezugspunkt seines künstlerischen Schaffens im Landkreis Kelheim – ein seltenes Schmückstück der neueren Kunst für seine Heimatgemeinde Biburg und die gesamte Region. Goethe sagt übrigens auch, dass wir alle, die wir Kunst nicht in diesem Maße besitzen, die Religion und daher Kirchen wie die Erlöserkapelle dringend brauchen. („Wer Wissenschaft und Kunst nicht besitzt, der habe Religion.“)
Mit der Verdienstmedaille in Gold werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um den Landkreis Kelheim Verdienste auf politischem, kulturellem, sozialem oder wirtschaftlichem Gebiet erworben haben.
Herr Ludwig Angerer war und bleibt mit seinem Schaffen eine Bereicherung für Kunst und Kultur im Landkreis Kelheim.
Leider kann Ihr Ehemann diese hohe Auszeichnung nicht mehr selbst entgegennehmen. Im Gedenken an ihn darf ich Ihnen, liebe Frau Angerer, heute die Verdienstmedaille des Landkreises Kelheim in Gold posthum aushändigen.
Im Namen des Landkreises Kelheim sowie persönlich möchte ich Ihnen hierfür meine Glückwünsche aussprechen.
Wie Sie, sehr verehrte Frau Angerer, bereits erwähnt haben, führen Sie das Erbe und das beeindruckende und einzigartige Lebenswerk Ihres Mannes weiter. Auch wenn Ludwig Angerer der Ältere heute nicht mehr unter uns ist, seine Werke und Schöpfungen bleiben für die Ewigkeit.
Kelheim, den 07.11.2025
Martin Neumeyer
Landrat des Landkreises Kelheim

Ein Videofilm vom Hl. Seelenamt in der Klosterkirche. Angerer der Ältere wurde in der von ihm erbauten Erlöserkapelle bestattet

Architekt, Filmarchitekt, Kunstmaler, Bildhauer, Bühnenbildner, Schriftsteller, Designer.
Preisträger zahlreicher Architekturwettbewerbe.
Geboren 07. August 1938 in Bad Reichenhall.
1957-1961 Architekturstudium in München
1961-1966 Akademie der Bildenden Künste (bei Prof. Ruf)
1967-1975 Entwurfsarchitekt bei Freiherr Alexander von Branca,
1981 Kunstband „Phantastik der Sehnsucht“ (Gustav René Hocke, Bruckmann Verlag)
1983 Aufnahme im Thieme Becker Kunstlexikon (Die bildenden Künstler aller Zeiten
und Völker)
1989 Bayerischer Filmpreis für die künstlerische Gestaltung von Michael Endes
„Die unendliche Geschichte II“
1990 Videofilm „Deutsche Trennung und Einheit“ uraufgeführt am 3. Oktober 1990
in der ARD in Zusammenarbeit mit Sohn Christian Angerer.
1994 Theater-Welturaufführung von „Der kleine Hobbit“ J.J.R.Tolkien, Bühnenbild und
Kostüme
1994 „Kulturpause“ Streitschrift wider den Zeitgeist, Nymphenburger Verlag München
1996 Gestaltung des Grabmals von Michael Ende.
1997 Bau der „Erlöserkapelle“, ein christliches Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei
und Bildhauerei. Persönlicher Glückwunsch von Papst Benedikt VXI zur feierlichen
Einweihung im Jahr 2000.
2000 Auftrag für eine Ikone vom Patriarch von Rumänien
2004 Ernennung zum kulturellen Botschafter Niederbayerns
2008 Kulturpreis des Landkreises Kelheim und der Kreissparkasse Kelheim
2008 Kulturpreis „Trophée Apocalypse Dore“ überreicht von Mr. Louis Giscard d’Estaing
in Le Mont-Dore, Frankreich für das Gemälde „Der Flötenspieler“ zum Thema Musik.
2010 Lebensgroßes Modell Christus-Dom, geplant in 80 m Höhe.
2010 Ehrengast zur Kunstbiennale in St. Leonard de Noblat, Frankreich
2011 Kulturpreis „Trophée Apocalypse Dore“, überreicht von Mr. Louis Giscard d’Estaing
in Le Mont-Dore, Frankreich für das Gemälde „Magmatische Freunde“
2011 Videofilm der weltgrößten Christus Statue als Christus Dom bei YouTube.
¬ https://www.youtube.com/watch?v=8LJAMmMg9vs
2013 Bronzemedaille im Grand Palais Paris bei Art en Capital 2013 für sein Gemälde
„Don Quijote“
2014 Große Werkschau bei Trierenberg-Art (Architektur, Bildhauerei und Malerei)
2014 Silbermedaille im Grand Palais Paris bei Art en Capital 2014 für sein Gemälde
„Absoluter Höllensturz in die Relativität“
2016 Kunstband „Die Rückkehr des Menschen in die Kunst“, Verlag Kastner
2016 Märchen-und Sagenbuch „Janus und Sunaj“, Teil I, Burg-Verlag
2017 Märchen-und Sagenbuch präsentiert auf der Leipziger Buchmesse vom Burg-Verlag
2017 Magical Dreams IV, Europäische Wanderausstellung bis 2018
2018 Grand Salon Villa Berberich mit 70 internationalen Künstler – Publikumspreis
2018 SAFADORE in Le Mont-Dore, Auvergne, Salon l’Art Fantastique Européen
2018/2019 Grosse Retrospektive im Museum im Schafstall mit 200 Werken
2019/2020 Große Wanderausstellung „Magical Dreams V“ durch Europa
2020 Grand Salon „Colours“ in der Villa Berberich in Bad Säckingen
2020 Phantastensalon in Le Mont-Dore – SAFADORE
2020 Königlich privil. Künstler im Ägyptischen Museum München
2020 Magical Dreams V im Deutschen Hopfenmuseum
2020/21 Ausstellung MUTIGE KUNST mit Art Agency Hammond im Stadttheater Fürth
2022 Mut zur Schönheit, Retrospektive im Herzogskasten Stadtmuseum Abensberg
2023 Königs Schloß Niepolomice/Unabhängigkeits Museum Warschau/Bator Art Gallery, Szczyrk
Ausstellungen: Grand Palais Paris, Europäisches Parlament Brüssel, Königliche Akademie Barcelona, Phantastenmuseum Wien, Museum im Schafstall, sowie weitere in den Ländern Europas.
Angerer der Ältere sieht seine Aufgabe darin, der Kunst wieder Schönheit, Phantasie, Geheimnis und Mythos zurückzugeben.